„Unaufhalt­sam“ – Jana Weiler im Portrait des FLVW

Jana Weiler lehnt an einem Torpfosten

Zusammenfassung

Jana Weiler und Fußball

Jana Weiler ist 20 Jahre alt.
Sie spielt seit 8 Jahren Fußball.
Sie hat fast 40 Verletzungen gehabt.
Jana hat eine Cerebralparese.
Das ist eine Behinderung im Gehirn.

Jana kann nicht gut sprechen.
Sie spielt Fußball bei Blau-Weiß Aasee.
Der Verein ist in Münster.
Der Fußballplatz ist ihr Zuhause.
Sie ist dort glücklich.

Sie fährt zu den Special Olympics.
Sie ist eine von 18 Spielerinnen.
Sie spielt für die DJK Sport-Gemeinschaft.

Die Mannschaft wurde zweite beim Turnier.
Die ersten drei Mannschaften fahren mit.
Sie war sieben Wochen verletzt.
Sie hat einen Meniskus-Riss gehabt.

Sie denkt immer positiv.
Sie sagt, schlimmeres hätte passieren können.

Sie konnte nur 3 Mal trainieren.
Trotzdem darf sie bei den Special Olympics mitspielen.
Sie trägt eine Knieschiene mit dem Namen ihres Vereins.
Der Arzt sagt, sie muss die Schiene tragen.

Viele Trainer und Spieler begrüßen Jana freundlich.
Sie freut sich und grüßt zurück.
Jana spielt 3 Mal in der Woche Fußball.
Sie hat 1 Mal Physiotherapie.
Sie macht 1 Mal Selbstverteidigung.

Janas Eltern helfen ihr sehr.
Ihr Vater hat selbst Fußball gespielt.
Er hat den Verein für Jana gesucht.
Janas Mutter fährt sie zu den Spielen.
Sie ist auch ihre Managerin.

Jana hatte ein Probetraining bei einem anderen Verein.
Die Trainer sagten, wegen ihrer Behinderung geht das nicht.
Jana war traurig und weinte im Auto.
Sie lässt sich aber nicht aufhalten.
Sie ist Abwehrchefin ihrer Mannschaft.

Jana ist Aktivensprecherin in der Kommission Inklusion.
Sie will Mädchen im Fußball helfen.
Sie hat einen Girls Day für inklusive Fußballerinnen erfunden.
Die Kommission will diesen Tag machen.
Jana sagt, sie kämpft wie auf dem Fußballplatz.

Jana hat den DFB-Junior Coach gemacht.
Das ist der Anfang der Trainer-Ausbildung.
Sie fragte vorher, ob das wegen ihrer Behinderung geht.
Es war kein Problem.
Jetzt will sie die C-Lizenz machen.

Janas großes Ziel ist Bundestrainerin zu werden.
Sie will nur Frauen trainieren.
Sie lacht dabei.

Unter dem Titel „WESTFÄLIN BEI DEN SPECIAL OLYMPICS IM SAARLAND“ berichtet die Westfalen-Sport, das Journal des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW), in der Ausgabe 03/2026 über Jana Weiler, Fußballerin bei Blau-Weiß Aasee:

„Sie ist 20 Jahre alt, spielt seit acht Jahren Fußball und hatte bereits fast 40 Verletzungen! Jana Weiler ist inklusive Fußballerin von Blau-Weiß Aasee und lässt sich nicht aufhalten – weder von ihren Verletzungen, noch von ihrem Handicap. Jana leidet an einer Cerebralparese, Schäden in ihrem Hirn beeinträchtigen ihre Bewegungskoordination. Auch das Sprechen fällt ihr schwer.

Graue Wolken hängen über der Sportanlage von Blau-Weiß Aasee in Münster, als Jana durch das Tor der Platzanlage kommt. Ein Lächeln auf den Lippen und eine große Sporttasche im Gepäck. Das Lachen begleitet sie das gesamte Interview über und es wird schnell klar, auf dem Fußballplatz ist sie glücklich. „Nach meinem Meniskusriss konnte ich nur dreimal trainieren und ich wurde trotzdem ausgesucht und darf bei den Special Olympics mitspielen“, erzählt sie gleich und zeigt ihre Knieschiene. Fußball ohne die gibt es nicht mehr, hat der Arzt bestimmt. Ganz oben auf der Schiene steht „Blau-Weiß Aasee“, in weißen und blauen Buchstaben. Es ist der Verein, es sind die Menschen hier, die ihr den Einstieg in den Fußball ermöglicht haben. Die Sportanlage ist ihr Zuhause. Das wird schnell klar, als immer mehr Trainer*innen und Sportler*innen zum Training kommen. „Hallo Jana!“ „Jana, wie gehts?“ – wird sie von allen begrüßt und grüßt gut gelaunt zurück.

Fußball ist die beliebteste Sportart bei den Special Olympics, gespielt wird 7 gegen 7. Jana ist für die DJK Sportgemeinschaft im Franz-Sales-Haus dabei. „Ich sag immer so, nicht zu viel erwar-ten, dann ist man nachher nicht enttäuscht“, grinst sie. Aber sie weiß auch: „Wenn ich gut spiele, kann ich im nächsten Jahr nach Chile“. 2027 finden die Special Olympics World Games in Santiago statt. Janas Augen strahlen. Sie freut sich darüber, dass sie vielleicht die Chance hat, Nationalspielerin zu werden. „Ich bin aber nicht überheblich, sondern einfach nur gut“, sagt sie. Deshalb ist sie eine von nur 18 Spielerinnen, die mit der DJK Sportgemeinschaft zu den Special Olympics fahren. Beim Qualifizierungsturnier ist die Mannschaft zweite geworden, die ersten drei sind dabei. Dabei war sie vorher sieben Wochen mit einem Meniskusriss ausgefallen. „Ich versuche immer, alles positiv zu sehen. In den sieben Wochen hätte mir ja etwas viel Schlimmeres passieren können“, erklärt sie. Eine bestechende Logik.

Dreimal in der Woche spielt Jana Fußball, einmal hat sie Physiotherapie, einmal geht sie zur Selbstverteidigung. Schnell wird klar, dass das alles ohne das Engagement ihrer Eltern nicht möglich wäre. Ihr Vater hat selbst gespielt und schon früh mit Jana gezockt. Er war es auch, der einen Verein gesucht hat und bei Blau-Weiß Aasee endlich fündig wurde. Janas Mutter ist Chauffeurin und Managerin in einem. Sie begleitet Jana auch ins Saarland. „Mama ist megacool!“, so Janas Urteil. Und ihre Mutter ist es auch, die viel für ihre Tochter aushält. Es sind nicht nur die Verletzungen, sondern auch Enttäuschungen. Als sie beispielsweise bei einem Fußballverein bei einem Probetraining dabei ist und die Trainer ihr danach sagen, dass es wegen ihrer Behinderung nichts wird. Jana weint danach im Auto, aber auch hier ist schnell klar, dass sie sich nicht aufhalten lässt. Deshalb ist sie auch Abwehrchefin ihrer Mannschaft. Deshalb ist sie Aktivensprecherin in der Kommission Inklusion des FLVW.

„Ich möchte Mädchen im Fußball voranbringen“, sagt sie bestimmt. Dann erzählt sie, dass sie vor der ersten Kommissions-sitzung nervöser war als vor einem Spiel. Mittlerweile fühlt sie sich wohl und bringt ihre Ideen vor. Wie die von einem Girls Day für inklusive Fußballerinnen, den sie sich ausgedacht hat und die Kommission jetzt umsetzen will. „Die wissen, ich beiße mich fest, wie auf dem Platz“, lacht sie erneut.

Und Jana denkt weiter. Im SportCentrum Kaiserau hat sie den DFB-Junior Coach gemacht, den Einstieg in die Trainer*innen Ausbildung. Im Vorfeld hatte sie gefragt, ob sie auch kommen darf, obwohl sie behindert ist. Es war kein Problem. Jetzt will Jana die C-Lizenz machen und damit ihrem großen Ziel einen kleinen Schritt näherkommen. Jana will Bundestrainerin werden. „Aber nur bei den Frauen“, lacht sie.“

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