Exkursion (Bier)Kult(o)ur Antwerpen

Gruppenbild in der Antwerpse Brouw Compagnie (Seef) - Ausflug nach Antwerpen im April 2026

Zusammenfassung

Die Bierprobe fand am 18. und 19. April in Antwerpen statt.
Normalerweise ist die Bierprobe im Bistro54 bei Blau-Weiß Aasee.
Die Bierprobe war in den Brauereien vor Ort.

Bier und Kultur

Bier ist der Grund für die Treffen.
Es geht auch um Geschichte und Kultur.
In Antwerpen begann das Programm mit einem Spaziergang.
Der Spaziergang war am alten und neuen Hafen.
Das Hafenhaus ist ein besonderes Gebäude.

Mittagessen auf dem Schiff

Das Mittagessen war auf dem Schiff Sint-Josef.
Das Schiff wurde im Zweiten Weltkrieg gebaut.
Der Rumpf ist aus Beton gegen Minen.
Das Schiff wurde nicht im Krieg gebraucht.
Es ist jetzt eine Kirche und ein Restaurant.

Führung in der Brauerei

Wir besuchten die Antwerpse Brouw Compagnie.
Wir lernten viel über Bier und Brauen.
Die Brauerei ist in einem alten Hafen-Gebäude.
Wir probierten das Seefbier von Antwerpen.
Das Bier gibt es seit 2012 wieder.

Abendspaziergang und Brauereien

Wir machten einen langen Abendspaziergang.
Wir sahen den Bahnhof und das Belle-Époque-Viertel.
Wir besuchten das autofreie Viertel PAKT.
PAKT hat Dachgärten und ist ruhig.
Wir besuchten die Brauereien Cabardouche, Gistgeest und Spéciale Belge.

Besichtigung am Sonntag

Am Sonntag gingen wir in die Innenstadt.
Wir folgten den Spuren von Schriftstellern.
Wir besuchten einen Chocolatier.
Es gab viele Schokoladen-Sachen zu kaufen.
Wir sahen den Beginenhof, das Rubenshaus und Kirchen.

Wir gingen zum Nikolausplatz und zur Kathedrale.
Wir besuchten den Vlaekensgang, eine versteckte Gasse.
Wir fuhren mit Rolltreppen in den Sint-Annatunnel.
Der Tunnel führt unter der Schelde zum anderen Ufer.
Von dort sieht man gut auf Antwerpen.

Wir fuhren mit der Fähre zurück zur Altstadt.
Wir sahen das Torhaus Steen und das Rathaus.
Am Großen Markt steht der Brabo Brunnen.
Der Brunnen zeigt einen Römer, der eine Hand wirft.

Geschichte der Stadt

Früher lebte ein Riese an der Schelde.
Der Riese verlangte Zoll von den Schiffern.
Wer nicht zahlte, verlor seine rechte Hand.
Der Römer Silvio Brabo kämpfte gegen den Riesen.
Er tötete den Riesen und warf seine Hand in die Schelde.

Der Name Antwerpen kommt vom Handwerfen.
Das ist eine alte Geschichte.

Im Jahr 1510 fand man große Knochen.
Man dachte, sie gehören einem Riesen.
Später fand man heraus, dass es Walknochen sind.

Die Menschen in Antwerpen lieben ihre Stadt.
Sie mögen auch die Geschichten über die Stadt.

Cafés am Großen Markt

Am Großen Markt sind zwei Cafés.
Das Café Engel und das Café Bengel.
Wir saßen im Café Engel.
Wir tranken Kaffee und Bier.

Das Bier heißt Bolleke.
Es kommt von der Brauerei De Koninck.
Die Brauerei ist nicht mehr in Antwerpen.
Das alte Brauhaus ist jetzt ein Museum.
Dort kann man viel über Bier lernen.

Blick vom Museum

Wir gingen auf die Dachterrasse vom MAS.
Das ist ein Museum am Fluss.
Wir sahen die Stadt, den Fluss und den Hafen.

Vor der Abfahrt aßen wir belgische Fritten.
Fritten sind anders als Pommes.

Erlebnis in Antwerpen

Wir waren zwei Tage in Antwerpen.
Wir haben viel gesehen und erlebt.
Es war nur ein kleiner Einblick in die Stadt.

Buchtipps

Kay Walter schrieb ein Buch über Antwerpen.
Es heißt 111 Orte in Antwerpen, die man gesehen haben muss.
Johan Dielemann schrieb ein Buch über die Seele von Antwerpen.
Er macht sieben Spaziergänge für Kulturliebhaber.

Wichtige Links

Die Touristeninformation ist auf visit.antwerpen.be.
Das Kirchenschiff Sint Josef ist auf kerkschip-antwerpen.be.

Die Brauereien haben eigene Webseiten.
Antwerpse Brouw Compagnie ist auf seef.be.
Cabardouche ist auf cabardouche.be.
Gistgeest ist auf gistgeest.be.
Spéciale Belge ist auf specialebelgetaproom.be.
De Koninck ist auf dekoninck.be.

Normalerweise finden die Bierproben bei Blau-Weiß Aasee im Bistro54 statt, aber am 18./19. April gab es mit einer Wochenendtour nach Antwerpen eine Ausnahme: Bierprobe vor Ort in den lokalen Brauereien.

Zwar ist Bier der Anlass zu diesen Veranstaltungen, es geht aber immer auch um Geschichte, Geschichten und Kultur. Nach Ankunft in Antwerpen begann das Programm daher auch mit einem Spaziergang an der Schnittstelle zwischen altem und neuem Hafen am beeindruckenden Hafenhaus, Sitz der Hafenbehörde und letztes Werk der irakisch-britischen Stararchitektin Zaha Hadid.

Hafenhaus am Zaha-Hadid-Plein - Ausflug nach Antwerpen im April 2026

Ein besonderes Erlebnis war das Mittagessen auf dem Schiff Sint-Josef, das ursprünglich im zweiten Weltkrieg zur Versorgung der deutschen U-Boot-Flotte in der Nordsee gebaut wurde. Zum Schutz vor Magnetminen ist der Rumpf aus Beton. Als das Schiff fertig wurde, ging der Krieg zu Ende. Es wurde nicht mehr benötigt und einige Jahre später vom Erzbistum Mechelen erworben, das es jetzt als Schifferkirche in einem Dock des alten Hafens in Antwerpen betreibt. Tatsächlich verfügt es über zwei Kapellen. Der Altarraum der größeren trennt diese vom Restaurant ab, in dem wir belgische Spezialitäten genossen haben.

Auftakt auf dem Kirchenschiff - Ausflug nach Antwerpen im April 2026

Während einer Führung durch die Antwerpse Brouw Compagnie lernten wir viel über den Brauprozess, die Biergeschichte Antwerpens sowie Gründung und Aufbau der Brauerei, die seit 2017 in einem ehemaligen Hafengebäude untergebracht ist. Zum Abschluss durften wir ein Seefbier probieren, das traditionelle Stadtbier von Antwerpen, dessen Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen, das aber nach dem Ersten Weltkrieg für fast 100 Jahre vom Markt verschwunden war und erstmals 2012 nach intensiver Recherche, bei der auch etwas Glück im Spiel war, wieder gebraut wurde.

Hauptbahnhof - Ausflug nach Antwerpen im April 2026

Auf einem ausgedehnten Abendspaziergang verbanden wir die Besichtigung eines der schönsten Bahnhöfe Europas, des Belle-Époque-Viertels im Stadtteil Zurenborg und des autofreien Viertels PAKT, das mit seinen Dachgärten in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Militärhospitals und einer Industriebrache entstand und heute eine Oase der Ruhe mitten in der Stadt ist, mit dem Besuch der Brauereien Cabardouche, Gistgeest und Spéciale Belge.

Drei Glas Bier in den Farben der belgischen Nationalflagge - Ausflug nach Antwerpen im April 2026

Da wir immer nur probiert haben, konnten wir uns am Sonntagmorgen nach Kaffee und Hagebuttentee mit klarem Kopf auf große Besichtigungstour in die Innenstadt begeben. Die Route verlief teilweise auf den Spuren der Antwerpener Schriftsteller Willem Elsschot (u. a. „Käse“, „Maria in der Hafenkneipe“) und Henri Conscience („Der Löwe von Flandern“). Ein Besuch bei einem Chocolatier durfte natürlich nicht fehlen – von den Antwerpener Handjes bis hin zu Hundehaufen gibt es praktisch nichts, was nicht auch als Schokolade angeboten wird. Dazu Pralinen in alle Geschmacksrichtungen. Weiter führte die Tour u. a. zum Beginenhof, dem Rubenshaus, der Carolus Borromeus Kirche, dem Nikolausplatz, der Kathedrale, dem Vlaekensgang (eine versteckte Gasse, aber eigentlich drei miteinander verbundene Hinterhöfe) und über hölzerne Rolltreppen aus den 1930er Jahren 30 Meter in die Tiefe in den Sint-Annatunnel, durch den Fußgänger und Radfahrer unter der Schelde ans andere Ufer gelangen. Von dort bietet sich ein schöner Blick auf Antwerpen. Mit der Fähre zurück in die Altstadt zum Steen, dem Torhaus der ehemaligen Burg. Von dort zum Rathaus am Großen Markt mit seinen Zunfthäusern und dem Brabo Brunnen, der einen Römer zeigt, der eine Hand wirft. Dazu erzählen die Antwerpener gerne eine Geschichte, die den Namen ihrer Stadt erklären soll:

In alter Zeit lebte in der Gegend der heutigen Stadt ein Riese, der von den Schiffern auf der Schelde Zoll verlangte. Wer nicht zahlen wollte, dem Schlug er die rechte Hand ab und warf sie in die Schelde. Der tapfere Römer Silvio Brabo zog gegen den Riesen in den Kampf und tötet ihn. Dann schlug er ihm die rechte Hand ab und warf sie in die Schelde.

Von diesem „Handwerfen“ soll sich der Name (H)Antwerpen ableiten.

Und eine Folgegeschichte: Im Jahr 1510 fand man große Knochen und glaubte, es wären die des Riesen. Bei späteren Forschungen stellte es sich heraus, dass es Walknochen waren.

Groote Markt - Ausflug nach Antwerpen im April 2026

Keine Frage, Antwerpener lieben nicht nur ihre Stadt, sondern auch deren Geschichte und ganz viele Geschichten drumherum.

Am Großen Markt ist auch das Café Engel, direkt daneben das Café Bengel. Wir setzten uns in den urigen Engel und genossen Kaffee oder ein Bolleke. Das für Antwerpen typische Bier der Brauerei De Koninck wird allerdings seit einigen Jahren nicht mehr in Antwerpen gebraut. Die einstige Braustätte ist heute ein Erlebniszentrum mit Brauereimuseum und viel Gastronomie.

Ein Blick von der Dachterrasse des MAS (Museum aan de Stroom) weit über Stadt, Schelde und Hafen rundete unseren Besuch ab, bevor es vor der Abfahrt noch original belgische Fritten (nicht Pommes) zur Stärkung gab.

Ausblick vom MAAS auf die Schelde - Ausflug nach Antwerpen im April 2026

Zurück in Münster waren sich die acht blau-weißen Bierenthusiasten einig: Erstaunlich, was man alles in zwei Tagen erleben und an Eindrücken sammeln kann. Und dennoch ist es nur ein kleiner Einblick in eine interessante Stadt.

Buchtipps:

Kay Walter
111 Orte in Antwerpen, die man gesehen haben muss
Emons Verlag

Johan Dielemann
Antwerpen – Auf der Suche nach der Seele meiner Stadt
Sieben Spaziergänge für Kulturliebhaber
Verlag J.G. Seume

Links:

Touristeninformation: https://visit.antwerpen.be

Das Kirchenschiff Sint Josef: www.kerkschip-antwerpen.be

Die Brauereien

Antwerpse Brouw Compagnie: https://seef.be

Cabardouche: www.cabardouche.be

Gistgeest: www.gistgeest.be

Spéciale Belge: https://specialebelgetaproom.be

De Koninck: www.dekoninck.be

Blick vom Scheldeufer auf die Altstadt - Ausflug nach Antwerpen im April 2026